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Absinthe Makes The Heart Grow Fonder

20. Juli 2010

So wie ich das sehe, und ich mag meine Sicht der Dinge (ich erwähne das nur, weil ich glaube, die meisten tun das nicht; also ihre eigene Sicht der Dinge mögen, nicht meine), gibt es zwei Arten von Menschen, vorausgesetzt man bricht all ihre Charakteristika und Wesenszüge so weit herunter, bis nur noch zwei Unterscheidungsmöglichkeiten übrig bleiben: Menschen, denen es egal ist und Menschen, denen es nicht egal ist.
Furchtbar, so ein Anfang, oder? Jeder Hans aus Tuttlingen fängt seine Suff-Reden auf dem Schützenfest so an. Oder so ähnlich. Er meint vielleicht: Menschen, die auf Tampons schießen und Menschen, die auf Fasane schießen. Mister Doktor House unterschied auch mal zwischen Menschen, die gut sind, solchen, die gut werden wollen und jenen, die aufgegeben haben.
Und natürlich kann man auch hier (wie überall, leider Jahwes) popkulturelle Anspielungen mitverweben. Beispiel: Menschen, die die eine Beatles-Platte mit ins Grab nehmen und Menschen, die eine Wu-Tang-Platte mit ins Grab nehmen. Aus der deutschen Kopfnicker-Ecke vielleicht: Menschen, die Samy mögen und Menschen, die Savas mögen. Die ganz verbohrten Musik-Spastis unterscheiden sogar zwischen Menschen, die um Michael Jackson getrauert haben und Menschen, die Willy DeVilles Tod viel tragischer fanden (und was ist mit ODB, ihr Wichser?).
Für die Nerds gibt es sowas wie: Menschen, die Binärcode verstehen und Menschen, die Binärcode nicht verstehen. Dann so konsumpolitische Sachen wie: Menschen, die einen iPod haben und Menschen, die sich nicht blenden lassen. Nicht zu unterschätzen wären so länder-spezifische Unterscheidungen wie Menschen, die bei Migros einkaufen und Menschen, die bei Coop einkaufen.
Elitär-snobistsch: Menschen, die Bafög beziehen und Menschen, die kein Bafög beziehen. Immer noch elitär, aber nicht mehr so persönlich: Menschen, die wissen, wann es dass heißt, und wann das und, naja, Menschen, die es nicht tun. Alternativ: Menschen, die nämlich mit h schreiben und wieder Menschen, die es nicht tun. Das von der orthographischen Front.
Dann natürlich so Standard-Dinger wie: Menschen, für die das Glas halb voll ist und Menschen, für die es halb leer ist (wobei man in beiden Fällen facepalmen mag und fragen sollte: wieso?). Menschen, die ihre Zunge rollen können und Menschen, denen das nicht möglich ist, und so weiter.
Auch der ewige Alkoholklassiker: Menschen, die Bier trinken und Menschen, die Wein trinken. Wobei mir auch hier immer die dritte Kategorie fehlen wird: Menschen, die Absinth trinken. Damit würde ich ganz gerne wieder den Bogen zum Anfang spannen (meine Damen und Herren: ein stilistisches Mittel). Menschen, denen es egal ist, sind meistens Absinth-Trinker. Meiner Erfahrung nach. Menschen, denen es nicht egal ist, sind es nicht.
Woran das liegt? Kein Plan. Mögen Menschen, denen es nicht egal ist, den Geschmack nicht, weil sie generell mehr Hustensaft trinken, weil ihnen ihre Gesundheit am Herzen liegt (wobei die Gesundheit eines jeden Menschen am Herzen liegt, wenn ihr versteht, was ich meine; was ihr wahrscheinlich nicht tut)? Oder haben Menschen, denen es egal ist, einfach nicht so den Schiss davor, von einer grünen Fee in einen Moor gelockt zu werden? Unwahrscheinlich zugegeben. Vielleicht will ich mit dieser Unterscheidung auch nur cool rüber kommen. Wahrscheinlicher.
Feststeht jedoch: ich mag Menschen, denen es egal ist und die Absinsth trinken. Und ich kann nur hoffen, dass dies nicht auch wieder eine Kategorie einer Unterscheidung ist und die andere wäre: Menschen, die Menschen, denen es egal ist und Absinsth trinken, nicht mögen. Kategorien in Kategorien. So lange, bis McLuhan auch keine Lust mehr hat.

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The Land Of Rape And Honey

12. Juni 2010

Ich liebe sie. Ihr kennt sie. Alle kennen sie. Und ich liebe sie. Von der politisierten Seite her betrachtet sind sie links. Die Nazis bemühen sich erst garnicht um ihre Stimmen. Sie sind der Segen eines jeden, der seinen Spaß daran hat, schlecht ausgefochtene Streits im Internetz zu verfolgen. Ich persönlich hasse sie. Sie, das sind die neunmalmoralischen Weltenbürger, die es nicht aushalten können, wenn Deutsche zu einem Sportereignis mit schwarzrotgoldenen Flaggen durch Karavanen spazieren. Wieder aufkeimender Nationalismus sei das. Alles Nazis, diese Fußballfans. Und überhaupt. Fußball. Ich lese ja lieber ein Buch.
Fickt euch. Bitte. Tut es einfach. Kreuzweise, ins Knie oder mit dem Flaschenhals eines 2005er Pinot Noirs. Mir egal. Hauptsache: ihr fickt euch hart. In welcher überdrehten hysterischen Realität ist das Vorführen einer Flagge und der Anflug von Stolz auf das eigene Heimatland Nationalismus, hier ganz offensichtlich schlichtweg als Chauvinismus verstanden?
Nein, vergesst es. Ich möchte diese Frage garnicht stellen. Das klingt dann so, als regte ich mich auf. Aber ich rege mich garnicht auf. Ich hasse diese Menschen einfach nur. Oder, nunja, vielleicht hasse ich sie ja nicht. Womöglich verstehe ich nur nicht, wie man überhaupt darauf kommt, solche Schlüsse zu ziehen. Und die Schlüsse, die hasse ich. Sprich: ich hasse diese Menschen nur, wenn sie sich mit ihrer Attitüde absolut identifizieren. Und das tun sie ja. Also hasse ich sie doch. Damit wäre das also geklärt.
Liebe fette Polit-Quallen. Wenn ihr euch das nächste mal zur basisdemokratischen Diskussionsrunde in eurer 5er WG trefft, stellt euch bitte folgende Frage: wenn keiner stolz sein soll, auf sein Land auf das, was irgendwelche elf Bolzer auf einem Stück Rasen zustande bringen, und wenn man ganz besonders keine Flaggen schwenken darf und wenn wir ja alle gleich sind, alle Menschen dieser Erde, jeder einzelne (und ihr erzählt euch dann, wie toll ihr findet, dass der Schokokuss-Vergleich da passt, weil innen ja alle gleich sind und eine meint ja dann, ja, ja, am besten Schokoküsse frisch auf dem Weihnachtsmarkt und eine andere, ja, ach wie gern sie doch früher auf dem Weihnachtsmarkt war, mit ihrem Opa und ein anderer meint dann nur ganz trocken, wie bourgeoise das doch sei und dann nippt ihr alle weiter an eurem noch viel trockeneren Wein); wenn alle so gleich sein und niemand sich abgrenzen soll, wieso findet ihr McDonalds dann doof? Scheiß doch auf regionale Essensgewohnheiten. Die grenzen ja doch nur ab. Wieso ist McDonalds trotzdem der imperialistische Überfeind? Nur diese eine Frage. Bitte.
Ich kann garnicht so viel schreiben, wie ich kotzen möchte. Ernsthaft. Diese Menschen, die sich so überlegen fühlen. Die sich dem ganzen Fußballgedöns entziehen wollen, um mal wieder kulturellen Belangen nachzugehen. Die so herab schauen, auf das niedere Volk, das einem einfachen weißen Ball hinterher blickt und hohl mit den Fahnen durch den Dunst ihrer Fernsehbiere wedelt. Denkt ihr wirklich, ihr seid so überlegen? In welcher Hinsicht? Glaubt ihr, ihr seid intelligenter? Ich kann euch versichern, ich bin bei weitem intelligenter als die Meisten von euch, als die Allermeisten. Aber ich prahle einfach damit, wie klug ich bin (und ich bin sehr sehr klug), und damit hat sich das. Ich brauche nicht die deutsche Blutschuld in falschen Sozalismus abtropfen lassen und damit bei jeder Hippie-Kommune hausieren gehen.
Fühlt ihr euch moralisch überlegen? Wenn ihr glaubt, dass diejenigen, auf denen ihr rumtrampelt, die Moral (von der Geschicht) vergewaltigen, dann lasst euch gesagt sein: ihr tut es. Schlimmer sogar. Ihr habt der Moral ein buntes fair-trade-Tuch um den Hals gelegt, sie zu Weinabenden geschickt und so viele FSJ-Stories hören lassen, bis sie verstört und verheult in der Ecke kauerte und vor sich hin stotterte: “Ich will kein Hippie sein. Ich will kein Hippie sein. Ich möchte auch mal stolz sein, auf das Land, in dem ich aufgewachsen bin und, wie in allen anderen Ländern, will ich, wenn ich mit Freunden Fußball schaue, auch mich freuen und eine Flagge aus dem Fenster halten. Ich versteh nicht, wieso ich deswegen dumm und ein Nazi sein soll. Ich versteh es einfach nicht.”
Und erst dann habt ihr der Moral euren organisch angebauten Schwanz so oft rektal reingedonnert, bis sie aufgab und sich nicht mehr wehrte und in ihren Augen verlosch Candela für Candela der Wille zur Aufrichtigkeit.
Niemand da draußen, der seine Nationalmannschaft feiert und mit ihr fiebert und sich eine Deutschlandflagge an den Balkon hängt, ist ein Nazi. Ihr seid einfach nur Faschisten. Fickt euch bitte hart.

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Rocket Man

4. Juni 2010

Zehn Uhr. Geh zum Bus, fahr zum Seminar. 13 Uhr. Geh einkaufen. 14 Uhr. Ruf beim Vermieter an. Danach. Lies Texte für Seminare. 17 Uhr. Wisch den Gang nass durch. 18 Uhr. Organisiere ein Geburtstagsgeschenk. 20 Uhr. Geh duschen. 22 Uhr. Mach Smalltalk. Ein Uhr. Geh nach Hause. Du hast morgen Seminar. Und musst um neun Uhr aufstehen. Rinse. Repeat.
Ich habe das nicht. Wenn man das nicht hat oder es so organisiert, dass es nicht existent erscheint, also keine Verpflichtungen, kein Gewissen, keine Laminat-Böden, dann ist man entweder ganz unten. So tief unten, dass man Digda und Digdri eine gute Nacht wünschen kann. So tief unten, dass man mit Fritzls Inzest-Kindern neue Kinder zeugen kann.
Oder man ist ganz oben, macht mit Hera einen standing 96er und nuckelt an Audrey Hepburns Apfeltitten, während man Einstein beim Go zeigt, in welchen Ritzen Buddha die Haschkekse versteckt hat. Den unwahrscheinlichen Fall vorausgesetzt, dass sich griechische Mythologie und Mode-Religion verstehen können, ohne dass Zeus gleich ‘ne Nummer mit Madonnas Zahnlücke schieben will. Der alte Nuttenpreller.
Sehr weit oben also. Eines von beidem. Man muss dem Durchschnitt sehr fern sein, wenn man den Ernsthaftigkeiten des Lebens so geschickt ausweichen kann. Ist nicht schwer, diesen Schluss zu ziehen.
Und wo stehe ich? Ich kam irgendwann auf diese Frage, unweigerlich. Zeit zu managen soll Zeit schaffen, für andere Dinge. Ich tue sie nicht. Trotzdem bin ich oben. Weit oben. Ich sehe den Rest nicht mehr. Ich stehe über allen Dingen. Nichts berührt mich. Aber wer hat je gesagt, dass oben sein was Gutes ist? Wann wird ausweichen zu ignorieren? Und wann wird ignorieren zu verachten? Blablabla. Mimimi.
Mal Butter bei die Arschfick: das war der Punkt an dem ich merkte, wie nah ich an die Gedankengänge von kleinen Emo-Kids kam. Also ließ ich es sein. Ja, das geht. Ich weiß, ihr Mädels steht auf Verarbeiten und ihr Mädels mit Stift in der Hand steht auf Kanalisieren auf Text und ihr Mädels mit Stift in der Hand und Dildo in der Vagoo steht auf Pop-Literatur, aber einfach mal drauf scheißen is teh nuts. Gemäß dem alten Lebensmotto aus längst zugewachsenen Indie-Scheitel-Tagen: whatever people say I am, that’s what I am not. Einfach ‘ne Rakete auf den Rücken und raus aus diesem Oben-Unten-Durchschnitt-Scheiß raus. Ich bin der Rocket Man.
Zwei Uhr. Sinnlosen Blog-Eintrag schreiben, in dem ganz viele Böse Dinge stehen. Rinse. Repeat.

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Going Down And Out In Bad Rehburg

27. Mai 2010

Was selektive Wahrnehmung ist; zu glauben, Atomkraftwerke seien die Hodenpickel des Teufels, weil sich ein paar Hippies an Gleise ketten. In der ersten heißen Sommerwoche nur noch Supermodels in Miniröcken zu sehen, auch wenn sie nicht annähernd legal sind, einfach nur, weil man wieder Bein sieht. Barack Obamas Politik gut zu finden.
Was selektive Wahrnehmung nicht ist; nachdem einem erzählt wurde, dass in einem bestimmten kleinen Kaff am Steinhuder Meer aberwitzig viele Vergewaltiger und sonstige Psychokrüppel in Behandlungundsoweiter sind, im Gesicht eines jeden Mannes dort nur die Kulleraugen vom Pedo-Bär zu sehen.
Es kann nicht selektive Wahrnehmung sein. Es kann nicht. Nichts ist auffälliger. Selbst wenn ich nicht erfahren hätte, was für verkorkste Gestalten dort leben, hätte ich die Anwohner in spe trotzdem als merkwürdig bis bedenklich bis als die düstere und drogenverrotzte Version von Sean Penn in I am Sam empfunden.
Wirklich, Bad Rehburger, was geht ab? Ich mein, selbst auf einen vernebelten ersten Blick fällt einem sofort auf, dass auf der Straße nur Männer herum laufen. Nur. Wirklich. Die Frauen sieht man nur in Autos. Sonst nur Männer. In Jeans-Weste und Trainingshose und klassisch Einkaufstüte. Nur. Zwei Omas, in Ordnung. Die gehören aber nicht zum Beuteschema. Sonst nur Männer. Und alle sahen sie suspekt aus. Man stelle sich jemand vor, der nachts um Vier am Straßenbahngleis des Bahnhofes sitzt, mit einer Flasche Öttinger, und vor und zurück wippt, vor und zurück wippt. Habt ihrs? Gut. Das ist in Bad Rehburg der Durchschnitt.
Diese Konzentration verschobenerer Persönlichkeiten scheint auch einen Spalt in das Raum-Zeit-Kontinuum gerissen zu haben. In Bad Rehburg fahren LKWs mehrfach durch den Stadtkern, von der gleichen Straße in die gleiche Straße, wie eine perfekte Kopie. Gleichzeitig läuft ein Mann zum dritten Mal zum Kiosk, direkt hintereinander.
Kiosk. Auch ein Thema. Das Kiosk in Bad Rehburg scheint das Zentrum der Vergewaltiger-Szene zu sein, sprich das Zentrum der Dorfgemeinde. Alles konzentriert sich darauf. Kein Mensch, kein einziger, geht einfach normal über die Kreuzung, an der das Kiosk ist, keiner. Entweder man geht zum Kiosk oder vom Kiosk weg. Zentralisiertes Bad Rehburg. Der Kiosk-Besitzer muss ein einziger Steinbruch an Geschichtsstoff sein.
Ich hoffe einfach mal, dass der Bad Rehburger Bürgermeister das hier nicht liest. Ich habe wirklich Angst um meine Schwester, meine Mutter und sogar meine Oma. Vielleicht sollte ich mir auch Sorgen um meinen Vater machen. Bürgermeister und Homosexualität. Kennt man. Allerdings habe ich nie etwas von homosexuellen Vergewaltigern gehört. Gibt es homosexuelle Vergewaltiger, und wenn ja, wieso gibt es noch keine CSI-Folge dazu?

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Coke Dick & First Kick

18. Mai 2010

Frag Dich selbst: bist du ein Nerd? Was heute alles als Nerd bezeichnet wird, ist das, was früher und in alten amerikanischen Teenie-Filmen mit Molly Ringwald immer noch (weil Filme für die Ewigkeit sind – eine Weisheit der Cineasten-Nerds) ein Freak war. Man schaue sich die typische siebte Klasse an: 5 Fußballer, 3 Pferde-Närrinen, 4 Streber, 3 Computerspezialisten, 3 Musiker (1 Blockföte, 1 Gitarre und 1 Piano), 1 Klassenclown, 2 Bonzen, 3 frühreife Schlampen, 2 ältere Sitzenbleiber, 2 Erzgläubige. Ich habe nichts vergessen.
Und wer ist jetzt der Nerd? Ihr sagt euch: klar, die Computerspezialisten. Das ist die klassische Definition. Wenn ihr zu den restlichen 27 gehört. Jedoch: aus der Sicht der Pinguin-Ficker und Möchtegern-Keyboardcowboys, die meinen, sich auf den FTP-Server von T-Online einzuloggen sei der finsterste Hack der IT-Geschichte, aus deren Sicht sind vielleicht die Streber die Nerds, oder die Pferde-Närrinnen mit den Pferde-Tangas. Alles eine Frage der Perspektive.
Ich kürze eure Gedankengänge einfach mal. Sonst dauert das Ganze noch drei Blog-Einträge, bis ihr es rafft. Wir alle sind Nerds. Jeder Einzelne. Du bist ein Nerd. Du. Und Du auch. Besonders Du, weil Du Thunfisch-Pizza und Cola im Kühlschrank hast. Natürlich auch Du. Immerhin stehst du heimlich auf Cecelia Ahern. Und niemand sollte auf Cecelia Ahern stehen. Erstens sieht sie aus, als würde sie gern Koks von Schwänzen lutschen. Zweitens schreibt sie beschissene Romane. Drittens sind die Cover ihrer Romane hellblau.
Jeder hat einen geheimen Hang, ein geheimes Hobby. Neugeborene Kätzchen ficken, weil Minderjährige ficken illegal ist (denkt mal drüber nach) vielleicht. In heruntergekommen Schwulenbars bunte Cocktails mit Früchten kippen und versuchen, Lesben zu resozialisieren (bitte nicht). Na gut, jetzt zitiere ich nur aus beschissenen Off-Broadway-Musicals (tue ich nicht). Aber ihr seht, worauf ich hinaus will. Und wenn nicht, seid ihr Nerds.

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Only Built 4 Muhamed Yasir

13. Mai 2010

Ist das schon ein Muster? Also bildet sich bei dieser Verkettung schon ein gefährliches Verständnis für reactio auf actio heraus, das Newton garnicht so beabsichtigt hatte? Das eine Mittel nehmen, um sich hochzupushen, und das andere, um davon wieder runterzukommen. Die Logik dahinter ist in den potentiellen Auswüchsen ihrer Simplizität wirklich abgefuckt. Aber scheiß drauf. Heute übernimmt wer anders hier die Tonführung. Und zwar Unbekannter Rap-Newcomer mit nicht unangebracht geringer Wertschätzung für Deutsche Orthographie, vielleicht aufgrund eines Migrationshintergrundes oder einfach nur aufgrund nicht ungewohnt schlechter Deutschlehrer. Im Folgenden einfach Udo genannt. Udo, und ich komme nicht darum, Udos lyrische Fähigkeiten im derzeitigen Deutschrap-Game als überdurchschnittlich zu bezeichnen; Udo jedenfalls hat folgenden Rap geschrieben, gefunden von einer Freundin auf dem Weg zum Bahnhof, [sic] natürlich: hier klickenficken für den Rest

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Narrow Minded Social Club

11. Mai 2010

Manchmal scheinen sie es einfach zu wollen, dass man sie hatet, oder? Gerade will ich eine nimmermüde Hasstirade auf die Möchtegern-Bohème loslassen (und habe mich dabei nicht wohl gefühlt, einfach weil es langsam langweilig wird), da fällt mir das hier unter den Mauszeiger.
Wirklich? Ganz wirklich? Das ist auch euer Ernst und so? Macht man solche Blogs eigentlich schon in dem Wissen, später sowieso ausgelacht, bemitleidet, gehackt und mit Werbebroschüren für Bestattungsunternehmen überhäuft zu werden?
Ihr Lieben. Es gibt da einen himmelweiten Unterschied zwischen Stil haben und einen Stil haben, der scheinbar noch nicht so ganz den höhligen Weg unter die Schädeldecken all derer Altbau-Hipster gefunden hat, die im Eckcafé zu sitzen als eine ausreichend ausfüllende Beschäftigung erachten. Ich zähle euch einfach mal dazu. Und da sich niemand die Mühe macht, euch darauf aufmerksam zu machen: dieses Muster findet sich erst bei lebenstraurigen Rentnern wieder, die kein Geld haben, um auf Mallorca Liegestühle zu besetzen.
Aber genau die lebenstraurigen Rentner wärt ihr gerne, oder? Erschöpft und, seien wir doch mal ehrlich, ein wenig beschämt es doch noch ins hohe Alter geschafft haben. Jeden Gitarrenwein (ihr wisst ganz genau, was ich damit meine, ihr Ficker, ihr hört doch sogar schon beim Kauf von euren beschissenen Rosés die komplette Ryan-Adams-Sparte rauf und runter) gesoffen. Jeden Garage-Rock-Leadsänger (ich sage hier nur deswegen Garage Rock, weil euch Indierock schon wieder zu sehr Mainstreamrock wäre) gefickt. Auf jeder Dachterasse aufgewacht (ich habe gerade irgendwie ein déjà-vu, but so have you) und auf jeder schlechten Pseudoelectro-Party in ehemaligen Schwulenclubs an die Toilettenwand gekotzt. Jede Pink-Elephant-Zigarette geraucht und jeden beschissenen Liedtext französischer Chansons und jedes Ringelnatz-Gedicht an die Pinwand geheftet haben. Und das alles versteckt unter der dick gerahmten Fensterglasbrille. Rafft euch.
Zudem: bitte, auch wenn noch keines davon auf dieser tollen nutzlosen Spielwiese für attention whores gelandet ist: hört bitte auf Fotos zu machen, worauf ihr euch wie rein zufällig durch die Haare fahrt und auf den Boden schaut. Alles rein zufällig. Hört einfach auf damit. Tut euch und euren späteren Kindern den Gefallen. Sollten die diese Fotos jemals finden und euch fragen, wieso ihr darauf so affektiert affig schaut und euer Mund so komisch offen steht und wie sie eigentlich überhaupt gezeugt werden konnten, bei diesen ultraengen Hosen (auf Fruchtbarkeit gemünzt) und diesem Strickjäckchen (auf welche Frau, die Kinder will, fickt einen damit? gemünzt), dann, naja, was sagt ihr dann? Das war halt so eine Phase, aber Ihr, Kinder, Ihr zieht schön die Pullover an, die Oma Euch gekauft hat? Sowas? Oh, gut, ich wusste auch noch garnicht, dass ihr Heuchler seid. Ganz neu.
Ich hasse euch auch wirklich garnicht so, dass ich am Liebsten kleine Babies mit euch machen würde, nur um jene dann in die Gefriertruhe zu drücken. Garnicht. Wirklich.
Oh, jetzt hab ich verpasst, auf Stil haben und einen Stil haben einzugehen. Schade. Jetzt könnt ihr ja rumpimmeln, dass damit die Tirade zusammen bricht. Kauft euch aber vorher Pimmel.

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Slow Happy Boys

9. Mai 2010

Nun gut, die eine Party. Ein Typ klingelt gegen sechs Uhr am Nachmittag an meiner Tür (ich schreie natürlich vergeblich in die Gegensprechanlage, bis ich neben mir das nervöse Klopfen höre). Er möchte nur Bescheid sagen, dass ein Kumpel bei ihm seinen Achtzehnten feiert und es deswegen etwas lauter werden könnte. Klar, kein Ding. Hau rein. Bilder von der Gay-Action kannste behalten.
Er hat so einen peinlichen, semi-eng anliegenden Pullover, der keinen Bund hat, weder an den Ärmelenden, noch am Taillensaum (der gute fünf Zentimeter über seiner Vagina hängt). Ein klassischer Elektriker in der Ausbildung. Privat steht er auf Rollenspiele und mag Daniel Craig als James Bond. Alle mal ein L vor die Stirn.
Die eine Party also. Angefangen haben sie mit Böhse Onkelz auf voller Lautstärke und Texte mitgröhlen. Irgendwo noch menschlich. Darauf folgte eine zielstrebige Entwicklung hin zur perfekten Persiflage auf die typische Dorfkids-Party: erst alle Atzen-Electro-Vergewaltigungen, dann ein bisschen ATC und Barbie World. Nicht zu vergessen Umbrella (Zitat: “Ella, ella, ella, ey, ey, ey!”). Ab und zu alle halbe Stunde wurde zum Klopfer klopfen ausgeholt und zwei, drei, vier Stunden geklopft.
Ich war der Nachbar oben drüber übrigens. Als ich Morgens um halb neun aufgewacht bin, waren sie immer noch dabei (Sportfreunde Stiller – ‘54, ‘74, ‘90, 2006). Für die Ausdauer gibt es Props. Für den Rest nicht. Bitte geht nochmal “Lebensqualität” nachschlagen. Ihr wurdet da um was beschissen.
Die andere Party! Es gibt Freibier, einen Grill, Imperial-March-Chemical-Brothers-Mash-Ups und Weed. Letzteres bricht mir zwar irgendwann das Genick, aber ich schmähe auch die schlechteren Trips nicht. Mir sind ja keine Monsterspinnen erschienen. Daher ebenfalls Props an die ausgeprägte Vernunft meiner alternativdrogengesteuerten Fantasie.
Jedenfalls bin ich beide Male spät Nachts mit einer Schüssel Nougat Bits auf der Couch gelandet. Irgendwo zwischen meinem “Ich bin zu alt für diesen Scheiß”-Kissen und meiner “Nochmal jung sein”-Decke, direkt unter der “Halt’s Maul, friss deine Nougat Bits und schreib’s dann auf den Blog”-Stehlampe. In jedem Fall aber mag ich Sportfreunde Stiller nicht. Geht sterben und bitte auch zum Frisör. Ficker.

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C.R.E.A.M. Get The Money

7. Mai 2010

Bevor ich anfange, Menschen, Dinge und abstrakte Sachverhalte hier zu haten und zu beleidigen und mit Pimmelwitzen zu relativieren, die nicht amused from the bottom of their anus darüber sind, sollte ich mir vielleicht eine Art Credo zulegen. Eine Doktrin. Oder ein Paradigma. Liberale dürfen auch gern einfach Richtlinien sagen und Jesus-Freaks Dogma. Schließmuskeln lockern.

  1. Ihr verliert kein Wort über den Swinger Club.
  2. Alles, was hier steht, sollte mit einem gesunden Verständnis für Ironie betrachtet werden. (Alles. (Alles.))
  3. Ihr verliert KEIN WORT über den Swinger Club.
  4. Euer Killer wird übermenschliche Kräfte besitzen. Abstechen wird nicht funktionieren. Erschießen wird nicht funktionieren. Im dritten Teil werdet ihr ihm wahrscheinlich kryogen den Kopf einfrieren, ihn enthaupten oder in die Luft jagen müssen.
  5. Personen und Handlung dieses Blogs sind frei erfunden. Sollten sich dabei gewisse Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen ergeben, so sind jene weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.
  6. Du kannst dein zukünftiges Ich nicht sehen, Marty. Das könnte verheerende Folgen für das Raum-Zeit-Kontinuum mit sich ziehen.
  7. Wer Drogen nimmt, stirbt. Wer Sex hat, stirbt auch. Außer er ist schwarz. Der wird noch gebraucht. (Alte Horrorfilmweisheit.)
  8. Cash Rules Everything Around Me, / C.R.E.A.M. Get The Money. /

Sieht gut aus. Druckt’s euch aus. Klebt’s in eure kleinen Blümchenkalender über die Donnerstag-Abend-Verabredung zum Kochen und Fünf-Euro-Wein trinken. Und am nächsten Tag werdet ihr euch an nichts erinnern. Es bleiben nur die weißen Flecken im Höschen und dieser bittere Nachgeschmack von Rohypnol auf der Zunge.

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So Here’s The Thing

6. Mai 2010

Wann ist es wohl vorbei? Ist es vorbei, wenn man drei große Bier im Kopf als sechs normale zählt? Wenn man von der Uni-Toilette Klopapier zockt, weil man zu faul ist, einkaufen zu gehen? Oder wenn man wegen Nieselregen, so nieselig wie Pisse aus einer spermaverklebten Vorhaut, in Betracht zieht, einfach nicht aus dem Haus zu gehen?

Ich adapte, sagt der Poker-Spieler. Und diese Stadt ist mein Gegenüber. Ich sollte jetzt in Frankfurt sein. In L.A., Amsterdam oder Prag. Um den Ausländeranteil in der Wo-ich-jetzt-eigentlich-sein-sollte-Liga dezent zu halten nehme ich auch noch großzügig Hamburg in mein Repertoire auf. Wegen der Schanze und dem Clochard und der Klientel.

Trotzdem ist es nicht diese Sehnsucht nach der Großstadt, die immer dann um die Ecke angeeiert kommt, wenn irgendein (von Hatern wie mir tausendfach herbeibeschwörter) prätentiöser Wichser von seinen zwei Wochen in Berlin erzählt. Wo er ganz viele Schwarz-Weiß-Fotos gemacht hat. Berlin Impressionen. Eine Impression, meine Damen und Herren: die neue Fotografie. Sowieso. Und überhaupt, die tollen Menschen, und wie krass sie sich anziehen, mit ihren Cord-Jäckchen. Auf der immergleich metropolenromantischen Dachterassenparty. Morgens aufgewacht mit dem letzten Kindl und die Zigarette in der kalten Sonne. Beschissene Berlin-Romantik. Geht ficken. In der zweiten Liga.

Ich sitze hier. Festgezurrt in einer Stadt, über der die Radieschen schweben und ich versuche nichtmal, es besser zu machen. Finde es sogar gut. Je weniger Grund ich habe, zu haten, desto lieber hate ich. Wer hatet schon gern aus gutem Grund? Schirrmacher vielleicht. Aber niemand mag Schirrmacher.

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